Chiropraktiker - die manuelle Medizin
Die Chiropraktik ist eine Behandlungsmethode mit dem vorwiegenden Ziel, Funktionsstörungen an den der Bewegung und Stützung des menschlichen Körpers dienenden Körperteilen, im besonderen der Wirbelsäule zu finden und zu beseitigen. Dabei werden das gestörte Gelenkspiel und die Verschiebung berücksichtigt. Wirksamkeit und Wissenschaftlichkeit der Methode sind bei einigen Ärzten umstritten, doch Ergebnisse sind klar meistens klar nachzuweisen.
Es wird die These vertreten, dass verschiedene, auch nicht-orthopädische Krankheiten durch eine Fehlstellung der Wirbelgelenke verursacht würden und dementsprechend durch eine manipulative Korrektur (Manipulation) der Fehlstellung von einem Chiropraktiker geheilt werden könnten. In Ansätzen der schweizerischen Chiropraktorengesellschaft beschäftigt sich die Chiropraktik mit „funktionellen, reversiblen Störungen des Bewegungsapparats“.
Die Manuelle Medizin geht auch von Methoden der Chiropraktik aus.
Die Manuelle Medizin ist zusammen mit der Chirotherapie eine medizinische Schule, die zur Heilbehandlung angewendet wird, wenn Funktionsstörungen des Bewegungsapparates Beschwerden verursachen. Da Befundaufnahme und Behandlung ausschließlich mit der Hand durchgeführt werden, grenzt sich die Manuelle Medizin von der invasiven und der medikamentösen Medizin ab. Sie baut in einigen Bereichen auf den Methoden der Chiropraktik und der Osteopathie auf, ist jedoch Bestandteil der kritisch-rationalen Schulmedizin.
Techniken der Chiropraktik
1. Adjustierung: Diese Adjustierung wird durch spezielle Handgriffe erzielt. Sie haben das Ziel „Subluxationen“ an der Wirbelsäule (an den Zygapophysialgelenken) wieder aufzuheben und damit den Druck auf die Spinalnerven (lateral) oder das Rückenmark (medial) zu beseitigen. Gelingt dies, dann verschwinden die Schmerzen in kurzer Zeit, z. B. bei einer Ischialgie (Ischiasreizung).
2. Traktion: Bei der Traktion werden die Gelenkpartner durch Zug voneinander entfernt. Dies führe unter anderem zu Druckminderung, Entlastung und Schmerzlinderung. Außerdem verbessere sich durch die Dehnung der Bänder und der Gelenkkapsel die Beweglichkeit.
3. Translatorisches Gleiten, auch Mobilisation genannt: Um das verlorengegangene Gelenkspiel, und somit auch die Beweglichkeit, wiederherzustellen, werden die Gelenkanteile parallel gegeneinander bewegt.
4. Weichteilbehandlung: Durch Dehn- und Entspannungstechniken soll die Muskulatur so verlängert werden, dass sie sich dem neugewonnenen Gelenkspiel anpasst.
5. Reflextechniken: Unter Ausnutzung von Nervenreflexen solle die Spannung der Muskulatur und die Schmerzwahrnehmung beeinflusst werden. Mittels Reflextherapien könne auch auf das zentrale Nervensystem eingewirkt werden, z. B. auf das vegetative Nervensystem und auch auf kognitive Bereiche.
Die manuelle Therapie:
Grundlage der Manuellen Therapie ist die genaue Diagnose der blockierten Gelenke durch Aufsuchen sogenannter Irritationspunkte, welche über neurogene Verschaltungen die Lage des blockierten Gelenkes anzeigen. Dann hat man die Möglichkeit, blockierte Gelenke mobilisierend oder manipulativ zu behandeln.
Bei der mobilisierenden Behandlung wird die Beweglichkeit durch sanft und häufig wiederholte Dehnungsbewegungen wiederhergestellt.
Bei der manipulativen Behandlung wird eine Blockierung mit einem Impuls behandelt. Dabei setzt der Therapeut, also der Chiropraktiker einen gezielten nervalen Reiz an sogenannten Nozizeptoren, die dadurch ein Reset erfahren und den das Gelenk blockierenden verspannten Muskel wieder entspannen. Im Falle der Wirbelbogengelenke beispielsweise spielen die segmentalen Musculi rotatores breves eine dementsprechende Rolle. Um diesen Effekt zu erreichen, ist weder eine große Kraft noch ein großer Weg erforderlich. Die manipulierende Behandlung mit sehr schnell durchgeführten und kurzen Bewegungen ist an der Wirbelsäule dem Arzt (in der Chirotherapie) und dem Heilpraktiker (in der Chiropraktik) vorbehalten. Speziell in der Orthopädischen Manuellen Therapie fortgebildete Physiotherapeuten dürfen mit diesen Techniken ebenfalls arbeiten. Manipulative Techniken an Extremitätengelenken sowie sanfte mobilisierende Wirbelsäulentechniken können auch von entsprechend ausgebildeten nichtärztlichen Personen durchgeführt werden. Sie werden dann nicht als Manuelle Medizin, sondern als Manuelle Therapie bezeichnet.
Allgemein ist der vorherige bildgebende Ausschluss von Wirbelsäulenschäden wie z. B. Knochenbrüche oder Tumore mittels Röntgenaufnahme oder CT/MRT vor jeglicher Manipulation der Wirbelsäule unabdingbar.
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FAQ - Fragen und Antworten zu Chiropraktik
Fragen und kurze leicht verständliche Antworten zu Chiropraktik
Was ist das Hauptziel der Chiropraktik?
Das Hauptziel der Chiropraktik ist es, Funktionsstörungen an den Körperteilen, die der Bewegung und Stützung des menschlichen Körpers dienen, zu finden und zu beseitigen. Besonders im Fokus steht dabei die Wirbelsäule. Durch spezielle Techniken sollen gestörte Gelenkspiele und Verschiebungen korrigiert werden. Dies kann dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Chiropraktiker vertreten die These, dass auch nicht-orthopädische Krankheiten durch Fehlstellungen der Wirbelgelenke verursacht werden können. Durch manipulative Korrekturen können diese Fehlstellungen behoben werden.
Wie unterscheidet sich die Manuelle Medizin von der Chiropraktik?
Die Manuelle Medizin baut auf den Methoden der Chiropraktik und der Osteopathie auf, ist jedoch ein Bestandteil der kritisch-rationalen Schulmedizin. Sie wird angewendet, wenn Funktionsstörungen des Bewegungsapparates Beschwerden verursachen. Im Gegensatz zur invasiven und medikamentösen Medizin erfolgt die Befundaufnahme und Behandlung ausschließlich mit der Hand. Die Manuelle Medizin nutzt Techniken der Chiropraktik, um blockierte Gelenke zu mobilisieren oder zu manipulieren. Dabei wird besonderer Wert auf eine genaue Diagnose der blockierten Gelenke gelegt.
Welche Techniken werden in der Chiropraktik angewendet?
In der Chiropraktik werden verschiedene Techniken angewendet, um Funktionsstörungen zu behandeln. Dazu gehört die Adjustierung, bei der spezielle Handgriffe Subluxationen an der Wirbelsäule aufheben sollen. Die Traktion entfernt die Gelenkpartner durch Zug voneinander, was zu einer Druckminderung und Schmerzlinderung führt. Translatorisches Gleiten, auch Mobilisation genannt, stellt das verlorengegangene Gelenkspiel wieder her. Weichteilbehandlungen und Reflextechniken ergänzen das Spektrum, indem sie die Muskulatur dehnen und die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.
Welche Rolle spielt die Diagnose in der Manuellen Therapie?
In der Manuellen Therapie ist die genaue Diagnose der blockierten Gelenke von zentraler Bedeutung. Durch das Aufsuchen sogenannter Irritationspunkte können blockierte Gelenke identifiziert werden. Diese Punkte zeigen über neurogene Verschaltungen die Lage des blockierten Gelenkes an. Nach der Diagnose können die Gelenke entweder mobilisierend oder manipulativ behandelt werden. Die mobilisierende Behandlung erfolgt durch sanfte und häufig wiederholte Dehnungsbewegungen. Bei der manipulativen Behandlung wird ein gezielter nervaler Reiz gesetzt, um die Blockierung zu lösen.
Welche Voraussetzungen müssen vor einer chiropraktischen Behandlung erfüllt sein?
Vor einer chiropraktischen Behandlung ist es wichtig, mögliche Wirbelsäulenschäden auszuschließen. Dazu gehören Knochenbrüche oder Tumore, die mittels bildgebender Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder CT/MRT diagnostiziert werden können. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten. Eine genaue Diagnose stellt sicher, dass die angewandten Techniken keine weiteren Schäden verursachen. Erst nach dem Ausschluss solcher Risiken kann eine manipulative Behandlung sicher durchgeführt werden.
Welche Beschwerden können durch Chiropraktik behandelt werden?
Chiropraktik kann bei einer Vielzahl von Beschwerden des Bewegungsapparates helfen. Dazu gehören Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und Ischiasbeschwerden. Auch Kopfschmerzen, die durch Fehlstellungen der Wirbel verursacht werden, können gelindert werden. Die Behandlung zielt darauf ab, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu reduzieren. Durch die Korrektur von Fehlstellungen können auch nicht-orthopädische Beschwerden positiv beeinflusst werden. Die Wirksamkeit der Chiropraktik wird jedoch unterschiedlich bewertet.
Wie wirkt sich die Chiropraktik auf das Nervensystem aus?
Die Chiropraktik kann durch manipulative Techniken auf das Nervensystem einwirken. Durch die Korrektur von Fehlstellungen an der Wirbelsäule wird der Druck auf die Spinalnerven oder das Rückenmark reduziert. Dies kann zu einer schnellen Schmerzlinderung führen. Reflextechniken nutzen Nervenreflexe, um die Spannung der Muskulatur und die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen. Darüber hinaus kann die Chiropraktik auch auf das zentrale Nervensystem einwirken, einschließlich des vegetativen Nervensystems und kognitiver Bereiche.
Welche Qualifikationen sind für die Anwendung chiropraktischer Techniken erforderlich?
Für die Anwendung chiropraktischer Techniken sind spezifische Qualifikationen erforderlich. Manipulative Techniken an der Wirbelsäule sind Ärzten in der Chirotherapie und Heilpraktikern in der Chiropraktik vorbehalten. Physiotherapeuten, die in der Orthopädischen Manuellen Therapie fortgebildet sind, dürfen ebenfalls bestimmte Techniken anwenden. Nichtärztliche Personen können sanfte mobilisierende Wirbelsäulentechniken und manipulative Techniken an Extremitätengelenken durchführen, sofern sie entsprechend ausgebildet sind. Eine fundierte Ausbildung stellt sicher, dass die Techniken korrekt und sicher angewendet werden.
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